Navigieren in Brugg

Sofortmassnahmen Kanalsanierungen Villnachern

Ausführung: ab 2027 bis 2028

Im Rahmen des Generellen Entwässerungsplans (GEP 2. Generation) wurden im Jahr 2022 die öffentlichen Kanalisationen sowie die privaten Sammelleitungen umfassend untersucht. Dabei wurden sämtliche Leitungen mittels Kanalfernsehaufnahmen (TV-Inspektionen) befahren und die Schächte vor Ort erfasst und mit detaillierten Schachtprotokollen dokumentiert.

Auf Grundlage dieser Untersuchungen erfolgte eine systematische Auswertung des baulichen und hydraulischen Zustands der Abwasseranlagen. Für jede Leitung und jeden Schacht wurde der Zustand bewertet sowie ein geeigneter Massnahmenvorschlag mit einer Grobkostenschätzung erarbeitet. Anlagen mit einem sehr schlechten baulichen Zustand oder erheblichen Schäden wurden in einem separaten Kurzbericht zusammengefasst und hinsichtlich ihres Sanierungsbedarfs priorisiert.

Gemäss der Verordnung zum Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über den Schutz von Umwelt und Gewässern (V EG UWR), Art. 19 Abs. 1, sind die Gemeinden verpflichtet, die öffentlichen Anlagen zur Ableitung und Reinigung des Abwassers zu betreiben und zu unterhalten. Ein funktionierendes und dichtes Kanalisationsnetz ist eine wichtige Voraussetzung für den Schutz von Grundwasser, Gewässern und Umwelt sowie für die langfristige Werterhaltung der öffentlichen Infrastruktur.

Um die festgestellten Mängel gezielt zu beheben, wurden im Rahmen des Bauprojekts die erforderlichen Sanierungsmassnahmen definiert und zu mehreren Sanierungspaketen zusammengefasst. Dabei stehen insbesondere Leitungen und Schächte im Fokus, die Undichtigkeiten aufweisen, statisch beeinträchtigt sind oder aufgrund von Ablagerungen, Wurzeleinwuchs oder Schäden ihre hydraulische Leistungsfähigkeit nicht mehr vollständig erfüllen.

Die Umsetzung der Sanierungen erfolgt etappenweise in den kommenden Jahren. Wo immer möglich werden grabenlose Verfahren eingesetzt, um die Beeinträchtigungen für Anwohnerinnen und Anwohner sowie den Verkehr möglichst gering zu halten. Der Grossteil der Leitungen wird mittels Renovierung im Inliner-Verfahren saniert. Dabei wird ein mit Harz getränkter Schlauch in die bestehende Leitung eingezogen und ausgehärtet, wodurch eine neue, dichte Rohrleitung innerhalb des bestehenden Kanals entsteht.

Kleinere Schäden wie Risse, undichte Muffen oder lokale Beschädigungen werden gezielt im Roboterverfahren repariert. Diese punktuellen Eingriffe ermöglichen eine wirtschaftliche und nachhaltige Instandsetzung, ohne dass die Leitung aufgegraben werden muss.

Mit den geplanten Sanierungsmassnahmen wird die Betriebssicherheit der Kanalisation langfristig gewährleistet, die Lebensdauer der Infrastruktur wesentlich verlängert und ein wichtiger Beitrag zum Schutz von Umwelt und Gewässern geleistet.