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Entscheid Regierungsrat zum Kantonsschulstandort Windisch-Brugg

Der Regierungsrat plant, den achten Mittelschulstandort im Kanton Aargau am Standort Windisch zu realisieren. Ausgehend von der Entwicklung der Schülerzahlen beruht die Entscheidung auf einer umfassenden Abwägung der Einzugsgebiete, der Erstellungskosten, des Potenzials für Synergien und langfristiger bildungsstrategischer Überlegungen. Die Errichtung eines neunten Standorts ist aus heutiger Sicht bis zum Jahr 2055 nicht erforderlich.

In der Beantwortung der Interpellation J. Glarner (26.37) im Juni dieses Jahrs erläuterte der Regierungsrat, dass die Errichtung eines achten Mittelschulstandorts im Mittelland ab Mitte der 2030er Jahren dringend notwendig ist. Offen war dabei noch die Frage, welcher der beiden im Schulgesetz verankerten Standorte – Lenzburg oder Windisch – als achter Standort weiterverfolgt werden soll. In der Beantwortung des Postulats von Dr. Titus Meier (26.102) wird dies nun geklärt: Unter Berücksichtigung, dass voraussichtlich bis 2055 nur ein neuer Mittelschulstandort realisiert werden muss, sprechen verschiedene Faktoren klar für Windisch.

Regionale Bevölkerungsentwicklung und Einzugsgebiete

Eine Analyse der regionalen Bevölkerungsentwicklung, bei welcher das Wachstum der für die Mittelschulen relevanten Bevölkerungsgruppe der 15-19-Jährigen pro Bezirk berücksichtigt wurde, ergab, dass insbesondere das Einzugsgebiet der beiden Kantonsschulen Baden und Wettingen mit den Bezirken Baden, Zurzach, Brugg und Bremgarten zur stärksten Wachstumsregion des Kantons gehört. Es bestätigt sich, dass der Osten des Kantons im Einzugsgebiet der Metropolitanregion Zürich voraussichtlich stärker wachsen wird als die anderen Regionen. Zudem weisen diese Bezirke tendenziell auch eine höhere gymnasiale Maturitätsquote auf. Im Ostaargau wird im Jahr 2055 aufgrund dieser Entwicklung Schulraum im Umfang von rund 40 Abteilung oder 900 Schülerinnen und Schüler fehlen. Mit dem geplanten Ausbau der Kantonsschule Wohlen von 33 auf 55 Abteilungen wird bis ins Jahr 2055 genügend Schulraum zur Verfügung stehen, um zusätzlich Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Aarau und Lenzburg aufnehmen zu können.

Vorteile des Standorts Windisch überwiegen

Bisher trieb der Regierungsrat die Planung der Standorte in Lenzburg und Windisch voran. Mit der neuen Ausgangslage, dass voraussichtlich in der Planperiode bis 2055 nur eine zusätzliche Schule im Mittelland notwendig sein wird, werden neben dem Faktor Zeit weitere Aspekte wichtig. Für den Standort Lenzburg sprechen die raschere Realisierbarkeit sowie tiefere einmalige Investitionskosten, für den Standort Windisch sprechen das Einzugsgebiet und der Bau auf kantonseigenem Land. Sollte langfristig nur ein neuer Mittelschulstandort notwendig sein, ist dem Einzugsgebiet höchste Priorität zuzumessen. Die regionale Bevölkerungsprojektion zeigt, dass der Standort Windisch im Fall eines Verzichts auf einen neunten Standort die am stärksten belasteten Mittelschulstandorte räumlich am wirksamsten entlasten kann. In der Gesamtabwägung überwiegen die langfristigen Vorteile des Standorts Windisch – Einzugsgebiet und Entlastungswirkung sowie Eigentumsverhältnisse – gegenüber den kurzfristigen Vorteilen des Standorts Lenzburg wie Realisierungszeit und Investitionskosten. Der Regierungsrat schlägt deshalb Windisch als achten Mittelschulstandort vor. Notwendigkeit und Zeitpunkt eines neunten Standorts im Raum Lenzburg wird der Regierungsrat laufend beobachten.

Nächste Schritte

Die bisherige Planung der beiden Standorte erfolgte in enger Abstimmung mit den Standortgemeinden. Auch die nächsten Schritte werden in enger Abstimmung erfolgen: Mit Lenzburg ist der Umgang mit dem Vorvertrag über das Zeughausareal zu klären und in Windisch sind die Planungen mit weiterhin hoher Intensität voranzutreiben.

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